Monat: Oktober 2008

Wer Schmetterlinge lachen hört

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Wer Schmetterlinge lachen hört

Wer Schmetterlinge lachen hört,

der weiß, wie Wolken schmecken,

der wird im Mondschein ungestört

von Furcht die Nacht entdecken.

Der wird zur Pflanze, wenn er will,

zum Tier, zum Narr, zum Weisen,

und kann in einer Stunde

durchs ganze Weltall reisen.

Er weiß, dass er nichts weiß,

wie alle andern auch nichts wissen,

nur weiß er, was die anderen

und er noch lernen müssen.

Wer in sich fremde Ufer spürt,

und Mut hat sich zu recken,

der wird allmählich ungestört,

von Furcht sich selbst entdecken.

Abwärts zu den Gipfeln

seiner selbst blickt er hinauf,

den Kampf mit seiner Unterwelt,

nimmt er gelassen auf.

Wer Schmetterlinge lachen hört,

der weiss wie Wolken schmecken,

der wird im Mondschein ungestört

von Furcht die Nacht entdecken.

Der mit sich selbst in Frieden lebt,

der wird genauso sterben,

und ist selbst dann lebendiger,

als alle seine Erben.

(Novalis)

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Mit der Zeit lernst Du

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Mit der Zeit lernst Du
Mit der Zeit lernst du,
dass eine Hand halten nicht dasselbe ist
wie eine Seele fesseln.

Und dass die Liebe nicht anlehnen bedeutet
und Begleitung nicht Sicherheit.


Du lernst allmählich,
dass Küsse keine Verträge sind
und Geschenke keine Versprechen.


Und du beginnst
deine Niederlage erhobenen Hauptes
und offenen Auges hinzunehmen
und mit der Würde des Erwachsenen
,
nicht maulend wie ein Kind.

Und du lernst
all deine Straßen auf dem Heute zu bauen,
weil das Morgen
ein zu unsicherer Boden ist.

Mit der Zeit erkennst du,
dass sogar Sonnenschein brennt,
wenn du zuviel davon abbekommst.


Also bestell deinen Garten
und schmücke selbst
dir deine Seele mit Blumen
statt darauf zu warten,
dass andere dir Kränze flechten.

Und bedenke,
dass du wirklich standhalten kannst…
und wirklich stark bist.
und dass du deinen eigenen Wert hast.


(Kelly Priest)

Beziehung

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Beziehung

Ich habe am Wochenende ein wunderschönes Seminar über Beziehungen gehabt.

Die Beziehung:

zu mir (was ich darunter verstehe, ich muss mich so annehmen so wie ich bin, es gibt keinen anderen Weg).

zu dir (oder zu ihr , zu ihm, zu anderen, für mich bedeutet das, du bist nicht alleine hier auf der Erde und du bekommst nur das zurück, was du ihr gibst).

zur Höheren Macht (egal wie Du es nennst und verstehst, –> Gott, Allah, Budha …….. <– es gibt eine Kraft größer als Du selbst, der die Dich liebt und Dir alles geschenkt hat (es atmet Dich)).

Da für mich alles mit Liebe verbunden ist, füge ich einen Zitat von Alber Hofmann (schweizer Chemiker 1906-2008) hinzu.

„Die höchste Stufe des Sehens, der Beziehung ganz allgemein zu einem Objekt und zur Aussenwelt überhaupt, ist dann erreicht, wenn die Grenze zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Betrachter und Betrachtetem, zwischen mir und der Aussenwelt bewusstseinsmäßig aufgehoben ist, wenn ich mit der Welt und ihrem geistigen Urgrund eins geworden bin. Das ist der Zustand der Liebe. Die höchste Stufe des Sehens ist Liebe. Umgekehrt kann Liebe definiert werden als die höchste Stufe des Sehens.“

Sachliche Romaze

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Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wußten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

Erich Kästner

23.Oktober

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23. Oktober vom täglichen Meditationsbuch für die Männer

„Berührungspunkte“

Heute gibt es wieder einen wunderschönen Text, den ich gerne weitergeben möchte:

23. Oktober

Wir werden nicht aufgeben zu suchen. Und am Ende unserer Suche werden wir wieder dort ankommen, wo wir angefangen haben. Allerdings werden wir unseren Ausgangsort dann zum ersten Mal wirklich kennen.
T. S. Eliot

Unser spiritueller Weg gleicht der Suche nach dem richtigen Heimweg. Tief in uns tragen wir die Sehnsucht nach dem Idealzustand, der vollkommenen Liebe unseres Vaters und unserer Mutter.

Wir sehnen uns nach der Erfüllung unserer Träume und danach, stark und lebenstüchtig zu sein. Wir wollen verstehen und verstanden werden und wirklich zu uns selbst finden.

An dieser Suche hindert uns unser vielschichtiges Abwehrsystem, das wir Schicht für Schicht aufdecken müssen, um dann zu erkennen, dass wir tief in uns schon immer die Wahrheit kannten.

Beispielsweise haben wir immer geahnt, dass kein Mensch völlig unabhängig sein kann. Jetzt entdecken wir dies jedoch als völlig neue Wahrheit.

Es ist zwar richtig, dass wir niemals wieder zurück nach Hause können, doch unser spiritueller Weg lehrt uns auf geheimnisvolle Weise, was wir tief in unserem Inneren schon immer wussten. Aus diesem Grund führt er uns zu uns selbst.

Ich will mit meiner Vergangenheit Frieden schließen und mich den tieferen Erkenntnissen zuwenden, die schon immer in mir verborgen waren.

Hello

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Lionel Richie – Hello

http://www.youtube.com/watch?v=PDZcqBgCS74

Stufen

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Hermann Hesse

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!