Tag: 12. Mai 2008

Richard Beauvais

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Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen von uns selbst gibt.

Solange der Mensch sich selbst nicht in die Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht.

Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich selbst noch andere Erkennen – er wird allein sein.

Wo können wir schon solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unserem Nächsten?
Hier in der Gemeinschaft kann sich ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet.

In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen.

Richard Beauvais, 1964

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